ATHX, XENOM & Co.: Kommen nach HYROX schon die nächsten Functional Fitness Wettkämpfe?

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Wenn du aktuell im Functional-Fitness-Bereich unterwegs bist, hast du die Entwicklung wahrscheinlich selbst beobachtet: Vor ein paar Jahren drehte sich gefühlt alles um CrossFit. Dann kam HYROX und plötzlich trainierten alle für Sled Push, Wall Balls und Laufintervalle.


Heute tauchen immer häufiger neue Namen auf: ATHX Games. XENOM. World Fitness Project. Neue Wettkämpfe. Neue Konzepte. Neue Versprechen.


Und vielleicht fragst du dich mittlerweile dasselbe wie viele andere Athleten: Brauchen wir wirklich noch mehr Functional Fitness Wettkämpfe? Oder anders formuliert: Ist HYROX nur der Anfang einer viel größeren Entwicklung?


Denn auch wenn HYROX aktuell weiterhin boomt, verändert sich die Functional-Fitness-Szene gerade spürbar. Die spannende Frage lautet: Warum entstehen überhaupt so viele neue Formate?



Wie HYROX Functional Fitness verändert hat

Athlet bei einem HYROX-Wertkampf
Foto von Alexandre ricart auf Unsplash

Um zu verstehen, warum heute neue Wettkampfformate entstehen, lohnt sich ein Blick zurück. Denn egal, wie du persönlich zu HYROX stehst: Das Format hat den Fitnessmarkt verändert.


Vor HYROX gab es für viele Fitnesssportler eigentlich nur zwei Optionen:


  • Entweder man trainierte einfach für sich selbst – ohne konkretes Ziel.

  • Oder man stieg in eine bestehende Wettkampfszene ein, beispielsweise ins CrossFit.


HYROX hat eine dritte Möglichkeit geschaffen.


Plötzlich gab es einen Wettkampf, der herausfordernd genug war, um ambitionierte Sportler anzusprechen, gleichzeitig aber zugänglich genug blieb, damit auch normale Fitnessstudiobesucher teilnehmen konnten. Genau darin lag (und liegt) die Stärke des Formats.


Du musstest keinen Muscle-Up können, keine olympischen Gewichthebertechniken beherrschen, keine jahrelange CrossFit-Erfahrung mitbringen. Wenn du bereit warst zu laufen, zu leiden und zu trainieren, konntest du starten. Und genau das haben Millionen Menschen getan.


Doch mit dem Erfolg entstand auch etwas anderes: Eine völlig neue Zielgruppe von Athleten. Menschen, die nicht einfach nur trainieren wollen, sondern auf ein konkretes Event hinarbeiten und Fortschritte messen wollen.


Und genau für diese Zielgruppe entstehen nun neue Formate.



Neue Functional-Fitness-Wettkämpfe: Welche Alternativen zu HYROX entstehen?

Athlet mit einer Langhantel bei einer Fitness Competition
Foto von Ardit Mbrati

Interessant ist dabei, dass die neuen Formate nicht alle dasselbe Ziel verfolgen. Sie versuchen nicht einfach, HYROX zu kopieren. Vielmehr setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte und sprechen unterschiedliche Athletentypen an.


Am spannendsten sind aktuell:


ATHX Games: Mehr Athletik statt reine Race-Performance


Die ATHX Games gehören aktuell zu den spannendsten Entwicklungen im Functional-Fitness-Markt. Wenn man mit Athleten spricht, die sowohl CrossFit als auch HYROX ausprobiert haben, hört man häufig ähnliche Aussagen:


  • „HYROX macht Spaß, aber irgendwann wird das Training sehr spezifisch.“

  • „CrossFit ist abwechslungsreich, aber nicht jeder möchte Gymnastics oder olympisches Gewichtheben lernen.“


Genau zwischen diesen beiden Welten positionieren sich die ATHX Games.


Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wie schnell du acht Kilometer laufen kannst. Stattdessen soll ein möglichst breites Bild deiner Athletik entstehen: Kraft. Schnelligkeit. Explosivität. Koordination. Ausdauer.


ATHX ist ein 2,5-stündiger, durchgängiger Fitnesswettbewerb, der sich über sechs Zonen wie Strenght Zone, Refuel Zone oder die MetCon X Zone erstreckt und verschiedene Tests beinhaltet.


Die ATHX Games versuchen, Fitness wieder etwas ganzheitlicher zu betrachten. Das macht das Format besonders für Menschen interessant, die sich nicht ausschließlich als Läufer oder Hybrid-Athleten sehen.


Gleichzeitig steht ATHX vor einer Herausforderung, die viele neue Formate haben: HYROX ist extrem einfach zu verstehen. Die ATHX Games sind deutlich komplexer.


Und genau deshalb wird spannend sein, ob sich die Vielseitigkeit des Formats langfristig durchsetzen kann oder ob die Einfachheit von HYROX weiterhin der größere Vorteil bleibt.



XENOM: Der Versuch, Fitness neu zu denken


XENOM verfolgt wiederum einen anderen Ansatz. Während viele Wettkämpfe vor allem die Frage beantworten wollen, wer stärker, schneller oder fitter ist, scheint XENOM eine breitere Perspektive einzunehmen.


Das Format beschreibt sich selbst als eine Art „Decathlon of Fitness“ – also als Mehrkampf, der verschiedene athletische Fähigkeiten zusammenführt. Allein das zeigt bereits eine interessante Entwicklung.


Denn Functional Fitness entfernt sich zunehmend von der Idee, nur eine einzige Fähigkeit zu testen. Stattdessen rückt die Frage in den Mittelpunkt: Was bedeutet Fitness überhaupt?


Ist es die Fähigkeit, lange zu laufen? Schwere Gewichte zu bewegen? Bedeutet es Ausdauer? Oder Kraft? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Und genau dort versucht XENOM anzusetzen.


Ob sich das Format langfristig durchsetzen wird, ist aktuell schwer abzuschätzen. Interessant ist jedoch, dass hier ein anderer Gedanke im Vordergrund steht als bei klassischen Race-Formaten: Nicht maximale Spezialisierung, sondern möglichst vielseitige Leistungsfähigkeit.



World Fitness Project: Die neue Bühne für Elite-Athleten


Während ATHX und XENOM neue Ideen für den Breitensport testen, verfolgt das World Fitness Project einen anderen Ansatz. Hier geht es weniger um den durchschnittlichen Fitnesssportler. Hier geht es um die Spitze und die Besten der Besten.


Deshalb wird das World Fitness Project häufig eher mit den CrossFit Games als mit HYROX verglichen. Das Ziel besteht darin, Functional Fitness als professionelle Wettkampfsportart weiterzuentwickeln.


Warum das auch für Freizeitsportler relevant ist? Weil die Spitze einer Sportart fast immer Einfluss auf die Breite hat. Das war im CrossFit so. Das war im Triathlon so. Und das wird vermutlich auch im Functional Fitness so sein.


Die Workouts, Trainingsmethoden und Leistungsstandards, die auf höchstem Niveau entstehen, finden oft irgendwann ihren Weg in den Alltag ganz normaler Athleten.



Warum entstehen plötzlich so viele neue Fitnessformate?

Athleten bei einem HYROX-Event
Foto von Mathieu Improvisato auf Unsplash

Das ist eigentlich die spannendste Frage des gesamten Artikels. Denn ATHX, XENOM und das World Fitness Project sind letztendlich nur Symptome einer größeren Entwicklung. Die eigentliche Veränderung findet auf einer anderen Ebene statt.


Fitness bedeutet heute etwas anderes als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren.

Früher war Fitness oft Selbstzweck. Man ging ins Studio, trainierte und fuhr wieder nach Hause. Heute wollen viele Menschen mehr. Sie wollen ein Ziel, eine Community, ein Erlebnis. Und sie wollen etwas, worauf sie hinarbeiten können.


Genau deshalb sind Marathons, Triathlons, HYROX-Rennen und andere Wettkampfformate so erfolgreich geworden. Sie geben dem Training einen Kontext.


Wenn du für ein Event trainierst, fühlt sich selbst eine unspektakuläre Intervalleinheit plötzlich sinnvoll an. Der lange Lauf am Sonntag bekommt eine Bedeutung. Das Krafttraining bekommt eine Richtung. Aus Training wird Vorbereitung. Und genau das motiviert viele Menschen deutlich stärker als ein abstraktes Ziel wie „fitter werden“.


Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Die Functional-Fitness-Szene ist mittlerweile groß genug geworden, um unterschiedliche Interessen abzubilden.Nicht jeder möchte CrossFit oder HYROX machen. Nicht jeder möchte Wettkämpfe bestreiten.


Je größer die Community wird, desto mehr Raum entsteht für Spezialisierung. Und genau deshalb sehen wir aktuell immer mehr neue Formate.



Wie könnte die Zukunft von Functional Fitness aussehen?

Wall Ball im HYROX
Foto von Joshua Hegedus auf Unsplash

Viele Diskussionen werden geführt, als müsste es am Ende einen Gewinner geben. ATHX gegen HYROX. CrossFit gegen World Fitness Project. XENOM gegen alle anderen. Doch vielleicht ist genau das die falsche Sichtweise.


Wenn wir auf andere Sportarten schauen, existieren dort längst verschiedene Formate nebeneinander.


Im Ausdauersport gibt es:


  • Marathons

  • Triathlons

  • Trailruns

  • Ultramarathons


Im Kraftsport gibt es:



Niemand erwartet, dass eines dieser Formate alle anderen verdrängt. Warum sollte das im Functional Fitness anders sein? Vielleicht besteht die Zukunft gerade darin, dass Athleten mehr Auswahl haben.



Die nächste Fitness-Welle hat vielleicht längst begonnen


Die spannende Entwicklung der kommenden Jahre wird wahrscheinlich nicht sein, welches Format gewinnt. Die spannendere Entwicklung ist, dass Functional Fitness immer vielfältiger wird.


  • HYROX hat bewiesen, dass Menschen bereit sind, für Fitness-Events zu trainieren.

  • ATHX zeigt, dass viele Athleten nach mehr Vielseitigkeit suchen.

  • XENOM stellt die Frage, wie umfassend Fitness eigentlich definiert werden sollte.

  • Und das World Fitness Project versucht, Functional Fitness als professionelle Sportart weiterzuentwickeln.


Vielleicht erleben wir deshalb gerade nicht das Ende des HYROX-Booms, sondern den Moment, in dem Functional Fitness erwachsen wird.


Und genau das könnte für Athleten wie dich die beste Nachricht überhaupt sein, denn mehr Formate bedeuten am Ende vor allem eines: Mehr Möglichkeiten, die Herausforderung zu finden, die wirklich zu dir passt.


Trainiere smarter, nicht härter.

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